LRS
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LRS – Lese- und Rechtschreibstörung

LRS ist eine erworbene Störung, die oft mit beginnender Pubertät oder im Zusammenhang mit  häuslichen  oder schulischen  Stresssituationen auftritt. Die Betroffenen sind oft in der Grundschule unauffällig und entwickeln erst im Alter von etwa 10 Jahren deutliche Merkmale einer Lese- und Rechtschreibstörung. Sie können z. B. einen unbekannten Text zwar flüssig, aber nicht sinnentnehmend vorlesen, d. h. sie können auf Nachfrage den Inhalt nur lückenhaft wiedergeben. Beim Schreiben zeigen sich Verdrehungen von Buchstabengruppen, Auslassen von Silben oder ganzen Wörtern. Oft sind die Rechtschreibregeln bekannt und können auch korrekt genannt werden. Die Anwendung findet jedoch nicht konsequent statt.

Häufig sind es neben den Sprachenlehrern auch die Fachlehrer in Mathematik, die eine solche Schwäche erkennen. Ein bisher guter Mathematikschüler wird plötzlich bei einer Klassenarbeit, in der längere Textaufgaben vorkommen, auffällig, weil er die Aufgaben in der vorgegebenen Zeit nicht bewältigt oder falsche Rechen-strategien anwendet. Die Ursache ist eine Art „Buchstaben-Allergie“, d. h. das Gehirn kann die Menge an Buchstaben nicht in Ruhe und sinnentnehmend entschlüsseln.

Da das Lernen am Gymnasium sehr dominiert wird vom Lesen und Schreiben, haben LRS-Betroffene häufig Nachteile in mehreren Fächern. Sie leiden unter mangelndem Selbstwertgefühl, sind oft frustriert und verlieren ihre Motivation. Um ihre Schwächen zu vertuschen, lesen und schreiben sie oft zu hektisch und wenig sorgfältig, wollen „schnell fertig werden“ mit der für sie schwierigen Aufgabe.

Ziel der Lese-Rechtschreibförderung ist es, den Betroffenen Strategien und Übungen an die Hand zu geben, die es ihnen erlauben, jeden Text in angemessenem Tempo, mit hoher Konzentration und Sorgfalt zu entschlüsseln – also zu lesen und zu verstehen – oder selbst zu schreiben.

Die Rechtschreibregeln werden auf wenige Basisregeln reduziert und immer wieder an Einzelbeispielen eingeübt, so dass sich eine Art Automatismus beim Schreiben ergibt. Denn LRS resultiert nicht aus  fehlender Intelligenz, sondern ist zu verstehen als eine temporäre Störung, die erworben wurde und demnach auch wieder abtrainiert werden kann.

Förderung  am Bodelschwingh-Gymnasium

Bei einigen Schülerinnen und Schülern ist eine Lese-Rechtschreibstörung schon in der Grundschule diagnostiziert worden, so dass bereits vor der Anmeldung am BGH eine Therapie begonnen wurde.

In der Regel fallen aber Störungen erst in der Klasse 5 auf, z. T. auch bedingt durch die subjektiv empfundene Stresssituation einer neuen, anspruchsvolleren Schule. Deshalb werden in den Erprobungsstufenkonferenzen im November und Januar Auffälligkeiten besprochen und protokolliert. Die dritte Deutscharbeit – ein Diktat – dient als weiteres Kriterium zur Feststellung von Problemen.

Die Schülerinnen und Schüler, bei denen Schwierigkeiten im Lesen und in der Rechtschreibung festgestellt wurden, haben die Möglichkeit, an einem kostenlosen Test teilzunehmen, der Anfang Februar durchgeführt wird. Nach der Auswertung werden alle Erziehungsberechtigten dieser getesteten Kinder über das Ergebnis informiert und zu dem weiteren Vorgehen beraten. Bei Bedarf wird die Teilnahme an einer schulinternen LRS-Förderung ab Klasse 6 angeboten.

Die Förderstunden

Einmal pro Woche während des Vormittags bietet Frau Locher Förderstunden in Kleingruppen von max. drei Schülerinnen und Schülern an. Sie finden im Raum der Stille am BGH nach einem Rotationsprinzip statt, sodass nicht immer das gleiche Fach betroffen ist.

Frau Locher unterrichtet die Fächer Deutsch und Englisch und leitet die Erprobungsstufe am BGH. Sie hat sich in Weiterbildungen für die Diagnose und Therapie von Lese-Rechtschreibstörungen qualifiziert. Ihr Ziel ist es, den Einzelnen individuell zu fördern, Selbstsicherheit und Lernmotivation zu stärken, die LR-Störung als ein lösbares Problem erkennbar zu machen und Strategien zur Verbesserung aufzuzeigen und anzutrainieren.  

In jeder Stunde stehen Ruhe, Konzentration und Sorgfalt an erster Stelle (LRS heißt für Frau Lochers Kurse: langsam – ruhig – sorgfältig). Die Kursteilnehmer lernen Übungen kennen, die sie zur Ruhe bringen, ihre akustische und visuelle Aufnahmefähigkeit steigern und sie zum Erlernen und Anwenden von Regeln motivieren. Das Material ist vielfältig in Form von Gruppenspielen, Karten- und Bildvorlagen und diversen altersgerechten Schreibspielen, die immer wieder Basisregeln der Rechtschreibung nach individuellem Bedarf einüben. Bewegungsspiele und feinmotorische Übungen dienen ebenfalls dazu, Unruhe oder fehlende Sorgfalt in den Griff zu bekommen und Erfolg und Fortschritt erfahrbar zu machen. Für die Weiterarbeit zu Hause werden Arbeitsblätter und Tipps für Konzentrations- und motorische Übungen zur Verfügung gestellt.

Die Teilnehmer machen die Erfahrung, dass sie viele Fertigkeiten bereits beherrschen, wenn sie sich Zeit nehmen, dass sie sich mit zunehmender Übung weiterhin verbessern können und weniger Angst vor Stresssituationen wie Klassenarbeiten haben.  Nachteilsausgleiche wie verlängerte Arbeitszeiten, Notenschutz u. a. werden für jeden Kursteilnehmer individuell mit allen unterrichtenden Kolleginnen und Kollegen abgesprochen und gelten für die Dauer des Förderkurses. In der Regel dauert ein LRS-Kurs ein Schuljahr. In regelmäßigen Abständen werden kleinere Tests durchgeführt, um die Fortschritte zu dokumentieren.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an das Sekretariat des BGH unter 02243-920415 oder per e-mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .

Unsere Adresse:
Bodelschwingh GymnasiumHerchenBodelschwinghstraße 2D - 51570 Windeck
So erreichen Sie uns:
Tel.: 02243-9204-0Fax: 02243-6841E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Das Bodelschwingh Gymnasium

Willkommen auf der Homepage des Bodelschwingh-Gymnasiums in Herchen. Wir sind ein staatlich anerkanntes Gymnasium in kirchlicher Trägerschaft. Die Schule ist in der Sekundarstufe I dreizügig und bietet in der Sekundarstufe II den Schülerinnen und Schülern ein weitgefächertes Leistungs- und Grundkursangebot.